Spannender Wahlsonntag in Oetz – Ein knappes Ergebnis, ein starkes Zeichen – Alle Details

Wir sagen Danke!
Am vergangenen Sonntag wurde in Oetz über ein umstrittenes Hotelprojekt abgestimmt – das Ergebnis fiel denkbar knapp aus und sorgt für Gesprächsstoff weit über die Gemeindegrenzen hinaus. Mit einer Wahlbeteiligung von über 55 % war das Interesse der Bevölkerung an der Volksbefragung groß. Die Auszählung entwickelte sich wie ein Polit-Krimi.
Oetzerau sagt deutlich Nein
Zuerst trafen die Ergebnisse aus dem Wahlsprengel Oetzerau ein. Dort stimmte eine klare Mehrheit (55,62 %) gegen das Hotelprojekt. Die Stimmung war eindeutig: Die Menschen in Oetzerau zeigten mit ihrer Stimme klare Ablehnung gegenüber dem geplanten Bauvorhaben.
Oetz selbst stimmt knapp mit Ja
Um 14 Uhr schloss auch das Wahllokal in Oetz. Hier war das Bild ein anderes: Mit 52,26 % Ja-Stimmen votierte die Mehrheit für das Projekt – wenn auch denkbar knapp. Da in Oetz deutlich mehr Wahlberechtigte registriert sind als in Oetzerau, kippte das Gesamtergebnis zugunsten des Projekts.
Knapper Ausgang – Kein klarer Sieger
Am Ende standen 553 Ja-Stimmen (50,97 %) gegen 532 Nein-Stimmen (49,03 %). Gerade einmal 21 Stimmen machten den Unterschied – ein Ergebnis, das kaum als klarer Sieg für eine Seite gewertet werden kann. Die Volksbefragung hat gezeigt: Die Gemeinde ist gespalten.
Politischer Druck und fragwürdiger Wahlkampf
Im Vorfeld der Abstimmung wurde Kritik laut: Berichte über massiven politischen Druck, insbesondere auf Mitarbeiter der Bergbahnen, machten die Runde. Auch von gezielten Verleumdungskampagnen und einem Wahlkampf mit fragwürdigen Mitteln war die Rede – organisiert aus dem Umfeld des Bürgermeisters. Vor diesem Hintergrund verliert das knappe Ergebnis für das „Ja“-Lager deutlich an politischer Aussagekraft (s. PDF-Dokument).
Ein Achtungserfolg für den Widerstand
Besonders hervorzuheben ist der Einsatz der Bürgerinnen und Bürger aus den Ortsteilen Kircheben und Schrofen. Sie haben sich – ohne große finanzielle Mittel, aber mit Mut, Entschlossenheit und Zusammenhalt – gegen einen mächtigen Investor, gegen den lokalen Tourismusapparat, gegen die Wirtschaftskammer und gegen den politischen Druck aus dem Gemeindeamt gestellt. Ihr Engagement ist ein starkes Zeichen gelebter Demokratie.
Demokratie hat sich behauptet – trotz ungleicher Voraussetzungen
Auch wenn das „Nein“-Lager in der Gesamtstimmenzahl unterlegen ist, bleibt die Erkenntnis: Eine gerechte Sache kann auch gegen übermächtige Gegner bestehen. Dass die Bevölkerung sich so deutlich und selbstbewusst zu Wort gemeldet hat, ist ein Erfolg der demokratischen Mitbestimmung – und ein Warnsignal an jene, die glauben, über die Köpfe der Menschen hinweg entscheiden zu können.
Ein Weckruf an die Politik
Das Ergebnis kann und darf nicht als uneingeschränkte Bestätigung der bisherigen Politik von Bürgermeister Falkner verstanden werden. Vielmehr ist es ein Weckruf. Die Spaltung in der Gemeinde ist offensichtlich. Jetzt ist nicht Triumph angesagt, sondern Dialog. Die Politik ist gefordert, Kompromisse zu finden, das Vertrauen wiederherzustellen und transparent zu handeln.
Oetz braucht politische Erneuerung
Die Stimmen aus der Bevölkerung zeigen klar: Viele Menschen wünschen sich einen neuen politischen Stil. Die Zeit der Entscheidungen im stillen Kämmerlein ist vorbei. Oetz braucht demokratische Strukturen – zum Beispiel durch die Einrichtung eines Bau- und Raumordnungsausschusses.
Denn es geht nicht nur um dieses eine Projekt. Es geht um zentrale Fragen für die Zukunft: leistbarer Wohnraum, nachhaltige Entwicklung und eine Politik, die die Bedürfnisse der Bürger ernst nimmt – besonders derjenigen, die nicht über viel Geld oder Einfluss verfügen.
Die Ergebnisse im Überblick:
Gesamt Oetz
- Ja: 553 (50,97 %)
- Nein: 532 (49,03 %)
- Ungültig: 8
- Wahlbeteiligung: 55,23 %
Wahlsprengel Oetz
- Ja: 474 (52,26 %)
- Nein: 433 (47,74 %)
- Ungültig: 6
Wahlsprengel Oetzerau
- Ja: 79 (44,38 %)
- Nein: 99 (55,62 %)
- Ungültig: 2
Fazit:
Ein Wahltag, der zeigt: Demokratie lebt – auch unter schwierigen Bedingungen. Das knappe Ergebnis darf nicht als Blankoscheck für das Bauprojekt oder für die aktuelle politische Führung verstanden werden. Die Gemeinde ist in der Pflicht, nun verantwortungsvoll, transparent und im Dialog mit der Bevölkerung weiterzuarbeiten. Denn eines ist klar: Ein Weiter-so wird nicht mehr akzeptiert.